Houmt Souk — wörtlich „Marktviertel“ — ist seit Jahrhunderten das Handelszentrum Djerbas, und noch heute kommen die Inselbewohner zum Einkaufen, für Bankgeschäfte und Erledigungen hierher. Die Altstadt ist klein und gut zu Fuß zu erkunden: ein Netz aus überwölbten Marktgassen, kleinen, baumbeschatteten Plätzen mit Cafés, weiß gekalkten Moscheen und den niedrigen Innenhofbauten namens Fonduks, die einst Händler und ihre Tiere beherbergten und heute oft als einfache Hotels dienen.
Am Nordrand der Stadt, direkt am Meer, steht Borj El Kebir, auch Borj Ghazi Mustapha genannt: eine quadratische Festung, die über Jahrhunderte an der Stelle älterer Befestigungen wieder aufgebaut und erweitert wurde. 1560 war sie Schauplatz einer berühmten Belagerung, als eine osmanische Flotte eine von Spanien angeführte Expedition besiegte; fast drei Jahrhunderte lang stand in der Nähe ein Turm aus den Gebeinen der Gefallenen, bis er im 19. Jahrhundert abgetragen wurde. Ein kleines Denkmal markiert die Stelle.
Die meisten Besucher kommen für einen Vormittag in die Souks, zur Festung und zum Hafen und verbinden das mit La Ghriba und Djerbahood, einige Kilometer südlich. Wenn du lieber in einem Fonduk oder Gästehaus als in einem Strandhotel wohnen möchtest, siehe Unterkünfte.
Das solltest du nicht verpassen: Houmt Souk
Durch die Souks schlendern
Die überdachten Gassen sind grob nach Gewerben geordnet: Schmuck (die Silber- und Goldschmiedekunst Djerbas wird traditionell mit den jüdischen Handwerkern der Insel verbunden), gewebte Decken und Teppiche, Leder, Gewürze, Keramik aus Guellala und die üblichen Souvenirs. In den Touristengassen sind Preise selten ausgezeichnet; Handeln wird erwartet, sollte aber freundlich bleiben. Staatliche Kunsthandwerksläden mit Festpreisen liefern einen guten Vergleichswert.
Borj El Kebir besichtigen
Mauern, Tor und Wehrgänge der Festung lassen sich in weniger als einer Stunde erkunden, mit Blick über Hafen und Meer. Öffnungszeiten und der geringe Eintritt ändern sich gelegentlich — vor Ort nachfragen — und nimm im Sommer Wasser mit, denn auf den Mauern gibt es kaum Schatten.
Das Heimatmuseum besuchen
Das Musée du Patrimoine Traditionnel am Rand der Altstadt zeigt Trachten, Schmuck, Keramik und nachgebaute Innenräume und erklärt, wie das Leben auf der Insel organisiert war — eine gute Einführung, bevor du die Menzel (Familiengehöfte) und Moscheen im Inselinneren abfährst.
Hafen und Fischversteigerung beobachten
Der Fischerhafen liegt gleich westlich der Festung. Morgens ist am meisten los, wenn der Fang ankommt und an manchen Tagen ein Auktionator ihn Stück für Stück versteigert. Auch die Boote zur Flamingoinsel legen hier ab.
Mittagessen nach Inselart
Halte Ausschau nach gegrilltem Fisch, Couscous mit Fisch, Brik (knuspriges Teigblatt mit Ei) und an kühleren Tagen einer Schüssel Lablabi (Kichererbsensuppe). Cafés an den zentralen Plätzen servieren ab dem frühen Morgen Minztee und Kaffee; nirgends auf Djerba kann man besser Leute beobachten.

Anreise nach Houmt Souk
- Ab der Zone Touristique: je nach Hotel rund 15–25 km; 20–40 Minuten mit dem Taxi. Gelbe Taxis fahren auf der Insel mit Taxameter — bitte den Fahrer, ihn einzuschalten.
- Mit dem Bus: Lokalbusse verbinden Houmt Souk mit Midoun, der Hotelküste und den Dörfern, fahren aber selten und nach informellen Fahrplänen; der Hauptbusbahnhof liegt am Rand der Altstadt.
- Ab dem Flughafen: Der Flughafen Djerba-Zarzis liegt etwa 8–10 km westlich der Stadt, rund 15 Minuten mit dem Taxi.
- Zu Fuß: Vor Ort liegen Souks, Festung und Hafen alle höchstens 15 Gehminuten voneinander entfernt.
Insider-Tipps
- Komm am Vormittag: Die Läden öffnen früh, das Licht ist weicher, die Gassen sind kühler. Viele Geschäfte machen nachmittags eine lange Pause, manche schließen freitags zum Mittagsgebet.
- Die Wochenmärkte (traditionell montags und donnerstags in Houmt Souk) sind lebhafter und ursprünglicher — frag im Hotel nach dem aktuellen Tag.
- Halte kleine Dinar-Scheine bereit; größere Geschäfte und Restaurants nehmen Karten, die meisten Stände nicht.
- Kleide dich angemessen, wenn du ein Gotteshaus betreten möchtest, und frag, bevor du Menschen fotografierst.
Die besten Touren: Houmt Souk
Mit diesen gut bewerteten Angeboten erlebst du Houmt Souk am einfachsten:
Food-Tour ab €20 Genusstour auf Djerba: Souks & Streetfood
Ein geführter Streetfood-Spaziergang durch Houmt Souk mit tunesischen Klassikern an Adressen, die vor allem Einheimische kennen.
- Kostproben traditioneller tunesischer Gerichte
- Der Souk mit lokalem Guide
- Adressen, die Touristen allein selten finden
Kulturtour ab €25 Geführte Kulturtour mit Sonnenuntergang und Fricassé
Eine Nachmittagstour, die dort endet, wo das Licht am schönsten ist: Festung und Souks von Houmt Souk, die Wandbilder von Djerbahood und Sonnenuntergang an der kleinen Küstenmoschee Sidi Yati, mit einem Fricassé — einem frittierten tunesischen Sandwich.
- Festung Borj Ghazi Mustapha
- Houmt Souk und Djerbahood
- Sonnenuntergang an der Moschee Sidi Yati mit Fricassé
Rollertour ab €16 Geführte Rollertour: Djerbahood & Houmt Souk
Ein Vormittag auf zwei Rädern: im geführten Rollerkonvoi zur Festung und zum Souk von Houmt Souk und zu den Wandbildern von Erriadh, mit Hoteltransfer.
- Eigener Roller, mit Guide
- Festung und Souk von Houmt Souk
- Wandbilder von Djerbahood und ein Gotteshaus
Rundgang ab €36 Stadtrundgang durch Houmt Souk
Ein geführter Spaziergang durch die Marktgassen und die Geschichte der Inselhauptstadt. Das Angebot ist neu und noch ohne Bewertungen — lies die Details vor der Buchung genau.
- Die Souks mit Guide
- Die Kulturmischung und Geschichte der Stadt
- Gemächlicheres Tempo als im Bus



